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Projekt bei den Mäusen

Im Anerkennungsjahr der Ausbildung zum Erzieherin, zur Erzieherin, hat man viele Aufgaben zu bewältigen. Eine dieser Aufgaben ist es, gemeinsam mit den Kindern ein Projekt zu durchleben, welches mindestens drei Monate andauert. Uff.. drei Monate lang EIN Projekt .. und das mit zweijährigen Kindern?? Was für mich anfangs ziemlich knifflig war, stellte sich als sehr interessant heraus.

Mehrere Wochen vor Beginn des Projektes, begann ich mit der Beobachtung der Kinder. Projekte sollten nämlich immer aus den Interessen und Bedürfnissen der Kinder entstehen. Ok gut, verstanden, aber heute interessierten sie sich für Dinos und morgen für Puppen.

So begann ich mehrere Wochen vorher, die Kinder zu beobachten: Die Kinder der Mäusegruppe befinden sich im Autonomiealter und sind auf dem Weg, ein Gefühl des „Ichs“ zu erhalten. Zunehmend nehmen sie sich selbst als Individuum mit eigenen Bedürfnissen, Vorstellungen, Wünschen und Meinungen wahr. Es kann immer mehr alleine bewerkstelligen und sich sogar Anforderungen anderer widersetzen. Dieses Widersetzen und Verstoßen gegen aufgestellte Regeln und Grenzen, testen die Kinder täglich auf’s Neue aus. Sie wollen alles alleine tun. Aus diesen Beobachtungen heraus entstand das Projekt:

„Ich bin ICH und du bist DU, das macht die Welt bunt

Eine Handpuppe namens Willi, begleitete uns während der Projektzeit. Ich entschied mich für eine Handpuppe, da diese den Kindern die Möglichkeit bot, ihre eigenen Ideen, Gedanken und Bedürfnisse, aber auch ihre Werte und Normen in sie hinein zu projizieren.

Dieser zu Beginn von mir gefürchtete Projektzeitraum, erwies sich als besonders lehrreich. Gemeinsam erlebten wir von Januar bis März die schönsten Dinge. Noch intensiver als sonst gingen wir auf die Kinder ein. Wir hinterließen Hand- und Fußabdrücke, nahmen Maß von uns und anderen Gegenständen und wurden zusehens sicherer im Umgang mit Maßbändern und Meterstäben. Desweiteren erforschten wir unsere Körper, indem wir uns Körperteile genauer anschauten und ein passendes Lied dazu lernten. Beim Matschen mit Quark und im Linsenbad, war die Möglichkeit gegeben, viele neue Sinneseindrücke zu sammeln. Wir gingen durch Menzingen spazieren und besuchten jedes Kind zu Hause. Jeder Hausbesuch wurde von den Kindern fieberhaft erwartet. All dies konnten die Kinder in ihren ICH-Büchern festhalten. Die Handpuppe Willi war bei allen Aktionen dabei und ist aus dem heutigen Gruppenalltag nicht mehr weg zu denken. Am 1. April läuteten wir mit einem Elternnachmittag das Ende des Projektes ein. Die Eltern und Kinder kamen an diesem Mittwochmittag und die Kinder sangen ihr neu gelerntes Lied vor, zeigten ihre ICH-Bücher und erzählten von unseren Erlebnissen. Anschließend gingen wir zum gemütlichen Kaffee-Tee-und-Kuchen-Buffet über.

Mittlerweile ist das Projekt zu Ende und die Erfahrungen und das Wissen, welche ich sammeln und dazugewinnen konnte, möchte ich nicht mehr missen.

  Maxi