Winterwaldtage

„Ja wo wollr ihr denn hin?“, so fragte man uns auf dem Weg zum Wald. Die Kinder erzählten mit strahlenden Augen, dass wir zum Spielen in den Bauwald gehen. „Wir haben einen Reisigunterschlupf gebaut. Wir machen Stockspiel und Vespern und wollen nach Tieren suchen.“ „ Da würde ich auch gerne mitgehen!“, war die Antwort darauf. Tatsächlich sind die Kinder mit vollem Eifer dabei. Durch die gute Stimmung untereinander war der Weg zum Bauwald auch bald geschafft. Ziel der Waldtage war es die Anpassung der Tiere an die Bedingungen im Winter spielerisch zu erfahren. Im Winterwald ist es ziemlich still. Die Kinder lauschten in den Wald hinein. Warum ist hier so leise? Die Zugvögel sind im warmen Süden. Einzig den Eichelhäher, den Wächter des Waldes konnte man hören. Er schreit und warnt die anderen Tiere. „Achtung“ hier kommt wer. Die Vögel, die noch das sind, finden in manchen Winter wenig zu fressen. Deshalb haben wir im Kindergarten selbst Fettknödel mit Haferflocken und Sonnenblumenkernen hergestellt und an unserem Vesperplatz im Wald aufgehängt. Es war interessant für die Kinder zu beobachten, dass da den nächsten Tagen daran gefressen war. Die Sonne kam heraus und manche Insekten und Krabbeltiere kamen unter der Laubdecke hervor. Wer ist noch im Winterwald unterwegs? Wir entdeckten Fußspuren von Rehen und einen Salzleckstein für diese, Eine Suhle, die Badewanne der Wildschweine und im Hohlweg fanden wir leere Schneckenhäuser, die der Fuchs geknackt hatte. Diese Tiere finden auch im Winter noch was zum Fressen. Sie verstecken sich und brauchen viel Ruhe, um Energie zu sparen. Deshalb verhielten wir uns auch ruhig. Wir entdeckten einen Totholzbaum mit dem Buchstaben H wie Habitat, Lebensraum für viele Insekten, Larven, Käfern und Moose. Hier fühlt sich der Holzwurm wohl und der Specht findet genug zum fressen. Auch die Kinder klopften und bohrten dran herum und fanden heraus, dass das Holz zu Mehl und wieder zu Erde wird. So erkannten sie komplexe Zusammenhänge von Werden und Vergehen im Kreislauf. All das fanden die Kinder sehr spannen und konnten spielerisch mit Tierkarten ihr Wissen vertiefen.Die Schulanfänger konnten ihre eigenen Kräfte ausprobieren, sich messen und auch als Gruppe gut zusammenwachsen. Drei schöne, ereignisreiche und bereichernde Waldtage gingen schnell vorbei und es wurde beschlossen: „Im Frühling gehen wir wieder in den Bauwald“