Leo die Kirchenfledermaus berichtet

Liebe Leserinnen und Leser,

darf ich mich Ihnen kurz vorstellen, ich bin Leo die Fledermaus und wohne im Kirchturm der evangelischen Kirche in Menzingen. Im Normalfall ist es dort, abgesehen von dem Glockenschlag, an den ich mich gewöhnt habe, sehr ruhig. In den letzten Wochen war das jedoch völlig anders. Da war eine Aufregung im Kindergarten zu spüren, die kaum auszuhalten war, und die auch mich angesteckt hat. So sehr, dass ich auch tagsüber manchmal kein Auge zumachen konnte. Ich kann euch sagen, da ist was los in diesen Räumen. In der Mäusegruppe gehen so viele kleine „Mäuse“ ein und aus, und immer wieder höre ich „Wir haben jetzt 11 Kinder und freuen uns über jeden, der kommt“ 11 Mäuse, ich sage euch, das ist ganz schön viel, aber die fühlen sich alle so wohl.

Und bei den Kindergartenkindern, da werden die Schulanfänger immer frecher und aufgeregter, denn die kommen jetzt ja bald in die Schule.

An einem Tag, da bin ich ziemlich erschrocken, stand auf einmal das Feuerwehrauto am Morgen vor der Tür und man hörte ganz aufgeregte Kinderstimmen, da habe ich doch gleich aus meiner Luke geschaut, und ich sage euch, da war was los. Die Schulanfänger durften spritzen und sich das Feuerwehrauto anschauen und dann sogar damit fahren. Oh wäre ich auch gerne mitgefahren.

Dann gab es Tage, da machten sich die Schulanfänger am frühen Morgen schon auf den Weg. Ich wusste nicht so genau wohin und dann bin ich ihnen hinterher geflogen. Und wo haben sie halt gemacht? In der Schule, da habe ich mich dann mit meinen Freunden unterhalten und die haben mir erzählt, dass es wohl eine Projektwoche mit den Zweitklässlern gibt, bei der es um die Schnecke geht. Die Schulanfänger waren voll begeistert, das konnte ich in ihren Gesichtern beobachten.

Einmal dachte ich, jetzt ist etwas Schlimmes passiert, da standen zwei Polizeimotorräder vor dem Kindergarten. Hui, das sah richtig gefährlich aus, aber die Polizisten waren ganz freundlich und fütterten mich mit Schokolade. –lecker-  Was wollten die wohl im Kindergarten, wurde da eingebrochen? Gespannt beobachtete ich was vor sich ging. Da kamen plötzlich die Schulanfänger aus dem Kindergarten und schauten sich die Motorräder zusammen mit den Polizisten an. Jedes Kind durfte darauf sitzen. Ich traute mich leider nicht dazu. Die Kinder übten dann noch wie man richtig über die Straße geht, das war total schön zu sehen, dass sie es alle können. Eigentlich bin ich es ja gewohnt, dass ich abends ganz in Ruhe meine Runden fliegen kann, aber auch das war nicht immer so.

An einem Tag waren da total viele Menschen vor der Kirche. Große und Kleine und welche mit Uniform, die Schläuche ausrollten. Erschrocken bin ich aus meinem Versteck geflogen, um zu sehen was los ist. Da kam doch wirklich Rauch aus dem Kindergarten. Hilfe wer rettet die Kinder!? Zum Glück standen die schon auf dem Kirchplatz. Aus einem Megafon habe ich gehört, dass das wohl alles nur eine Übung ist. Man erschreckt mich doch nicht so.

Jetzt freute ich mich auf ein entspanntes Wochenende. Aber von wegen. Bei strömenden Regen kamen da die Schulanfängerkinder und ihre Erzieherinnen um 18:00 Uhr in den Kindergarten. Was soll denn das? Die Eltern gingen wieder heim. He habt ihr euch in der Zeit geirrt? Oh da klangen fröhliche Lieder an mein Ohr. wie schön. Es war den ganzen Abend etwas los, sogar einen Schatz haben die Kinder gefunden und am Lagerfeuer gesungen. Ich hing im Bau und habe zugehört.. Irgendwann mitten in der Nacht kehrte endlich Ruhe ein, bevor es  am nächsten Morgen sehr früh wieder laut wurde. So gegen 9:00 Uhr gingen dann alle heim und ich hörte von den Schulanfängern: „Das war eine tolle Schulanfängerübernachtung“.

So und in der letzten Woche wurde ich um 13:30 vom Glockenläuten geweckt. Beim genauen Hinhören konnte ich erkennen, dass Frau Nuß bei einer Andacht jeden einzelnen Schulanfänger ganz persönlich segnete. Da musste ich ein bisschen weinen. Die anderen Kinder und manche Eltern waren auch dabei.

Was mir auch sehr viel Freude gemacht hat, war zu sehen wie wohl sich alle Kinder im Kindergarten fühlen und wie toll sie bei den hohen Temperaturen mit Wasser, Sand und Matsch gespielt haben. Da ist einfach immer was los und das ist gut so.

Jetzt bin gespannt, welche Kinder nach den Ferien neu in den Kindergarten kommen und freue mich schon sehr darauf, auch diese kennen zu lernen.

Den Schulanfängern wünsche ich für die Zukunft alles Gute, Gottes Segen und einen erlebnisreichen Schulstart.

Ach und bevor ich es vergesse. Ich soll Ihnen allen einen schönen Gruß von den Erzieherinnen aus Menzingen sagen.

Liebe flatternde Grüße

Leo, die Kirchturmfledermaus